Berliner Bär

Berliner Bär

 
– Eine Bahnhofskneipe –

 

Menschen sind hier, die zittern, wenn sie nichts trinken.
Die über die Zeit immer mehr in den Abgrund sinken.

Man hört die Feuerzeuge elektrisch klicken.
Und sieht die Flamme in ihren lodernden Blicken.

Manche flüstern leise, andere erzählen ganz laut.
über Träume und Frauen, die man ihnen geklaut.

Jeder ein Glimmstängel in Mund oder Hand
schauen sie betrübt oder heiter über ihren Rand

Spielautomaten leuchten, flackern, piepsen, verhöhnen.
Gierig schlucken sie Münz‘ nach Münz und Schein nach Schein.
Zur späten Stund‘ kommen noch schwankende Gestalten zur Tür herein.
Dazu hört man laute Musik aus der Jukebox erdröhnen.

Hier ist keiner rausgeputzt oder gar angezogen fein.
Man kommt mit jeder Kluft und Kleidung rein.

Karten, Geld ,Gedeck und Schachteln liegen auf der Theke
Der Wirt schenkt aus, schenkt ein, räumt ab, räumt ein.
schreibt an, schreibt auf, schließt ab, schließt auf.

Von außen verirrt sich hier keiner. Der Ort wird gemieden.
Dabei ist er gar nicht abgeschieden. Aber dennoch…

abgeschnitten von der Welt schwindet die Nacht im Rausch dahin
So wie das Leben und auch ihr Sinn.

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