MAD World

Ich liebe Visualisierungen, weil sie abstrakte Daten so aufbereiten, dass es einem schnell möglich ist Muster zu erkennen und komplexe Zusammenhänge sichtbar machen. Diese Eigenschaften machen Visualisierungen für Laien interessant.

In diesem Fall geht es um Kleinwaffen, wie Maschinengewehre, Gewehre, Schrotflinten, Pistolen und Revolver sowie dazugehörige Munition. Das Peace Research Institute Oslo / PRIO hat zusammen mit dem Igarapé Institut aus 38 Datenquellen den internationalen Handel von Kleinwaffen im Zeitraum von 1992 – 2011 in einer Datenbank namens NISAT zusammengefasst.

Um das Projekt „Mapping Arms Data“ zu begutachten ist ein WebGL fähiger Broswer vonnöten, um die Grafik im Browser zu rendern. Laut Wikipedia unterstützen Firefox, Chrome, Safari und Opera WebGL. Allerdings muss man WebGL zuerst aktivieren. Wie das geht steht hier.

Man darf davon ausgehen, dass die unterliegende Datenbank nur einen Teil der globalen Waffenverschiebungen abbildet. Gerade im Hinblick auf die Zentralafrikanischen Staaten ist es offensichtlich, dass Waffen hauptsächlich schwarz gehandelt werden.
Ob die Waffen am Zielort weiter verkauft oder umgeleitet werden geht aus den Quellen nicht hervor. Ein weiteres Problem stellen Militärtransporte von Waffen via Schiff oder Flugzeug dar. Oder Exporte und Importe werden einfach zensiert.

Bemerkenswert waren für mich:

Thailand

Könnte mit den Wahlen zu tun haben. Honig für das Militär.

Kolumbien

Durchschnittliche Ausgaben von 59 Mio. USD in den letzten vier Jahren, um das Einstreichen von Kopfgeldprämien durch die Militärs zu facilitieren.

Iran → Sudan

Gerade, wenn man im Hinterkopf behält, dass die Hamas zur Aquise von Waffen aller Art und deren Verschiebung in den Gazastreifen auf den Sudan zurückgreift, um die Seeblockade der Israeli Defense Force zu umgehen und Waffen nach iranischen Bauplänen in Khartoum gefertigt werden, hat diese Verbindung Sinn.
Dazu ein Zitat aus einem Bericht vom Dezember 2012, welcher besagt, dass sich iranische Munition in sieben(!) Sahelländern nachweisen lässt:

„Conflict Armament Research has received credible reports that the Yarmouk Industrial Complex (YIC) in Khartoum serves as a production/onward shipment facility for Iranian/ Iranian-designed weapons.26“

Die Fußnote 26 besagt

„Confidential exchange with a source connected to the YIC (date and location withheld for reasons of confidentiality).“

Pakistan

interessant Handelsbeziehungen

Irak 2004 – 2011

Von den Besatzungsmächten kaufen.

Saudi Arabien

Der seit 1992 konstante Hunger nach Waffen hat mich dann doch verblüfft, obwohl Saudi Arabien gerade in Deutschland für seine Rüstungsgeschäfte hinreichend bekannt ist.

Schon bei Kleinwaffen sieht man die politische Komponente bei verschiedenen Handelsbeziehungen. Offenbar wird diese wohl erst bei dem Verkauf von militärischem Großgerät.

Das UserInterface / Die BenutzerSchnittstelle

würde ich als intuitiv bezeichnen. Auf der Zeitachse sind die Jahre aufgetragen, die man mit einem Klick auswählen kann. Leider gibt es keine Shortcuts. Auf der rechten unteren Seite hat man die Möglichkeit zu filtern.

scrn_sht_mad_thailand
Bläuliche Bögen versinnbildlichen Importe

scrn_sht_mad_brazil
… und orangene Bögen Exporte.

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